Chinesisch

Chinesisch am Hessenkolleg Kassel

Nach einer 4-jährigen Projektphase konnte das Fach „Chinesisch“ Anfang des Schuljahrs 2007/08 als dritte Fremdsprache im Hessenkolleg Kassel durch ministeriellen Beschluss fest eingerichtet werden. Beginnend mit der Qualifikationsphase (Q1) kann Chinesisch nun bis zum Abitur betrieben werden, wobei die jeweiligen Semesternoten in den Notendurchschnitt der Fach- oder Allgemeinen Hochschulreife einfließen können.

Mit diesem Schritt zeigt das Hessenkolleg, dass es die Zeichen der Zeit erkannt hat: Bereits in fast 100 deutschen Schulen wird Chinesisch in AGs oder als reguläres Schulfach unterrichtet (was allerdings noch nicht vergleichbar ist mit der Menge an Schulen, in denen z.B. in Frankreich, England und den USA Chinesisch unterrichtet wird). Wie immer man auch zu China stehen mag – kritisch oder euphorisch, interessiert oder enthusiastisch, so ist doch eines offensichtlich: Nicht länger ist es möglich, diesen Giganten mit über 1,3 Mrd. Einwohnern auf der 27fachen Fläche Deutschlands einfach zu ignorieren. Schon jetzt ist es so, dass fast jede zweite Internetseite in chinesischer Sprache ist, dass China das zweitgrößte BSP der Welt besitzt und dass China mit jährlichen Wachstumsraten von bis zu 10% zu einem äußerst wichtigen (wenn auch nicht leichten) Handelspartner der EU wurde. Auf der anderen Seite gibt es aufgrund der rasanten Entwicklung inzwischen einen enormen Ressourcen- und Energiehunger sowie die Gefahr, dass sich Umweltprobleme auf die Versorgung großer Teile der chinesischen Bevölkerung mit sauberem Wasser und gesunden Nahrungsmitteln auswirken könnten. Auch Chinas Rolle im Hinblick auf sein außenpolitisches Engagement wird in Zukunft immer wichtiger werden und muss sicherlich bereits heute als ein wesentlicher Faktor für Stabilität oder Instabilität Ostasiens, Asiens und der gesamten Welt angesehen werden.

Bei dem Projekt „Chinesisch“ am Hessenkolleg Kassel gab es zunächst eine enge Kooperation mit dem Sinologischen Institut der Philipps-Universität Marburg. Aufgrund des unverständlichen und allen nationalen sowie internationalen Tendenzen entgegenstehenden Beschlusses des hessischen Kultusministeriums sowie des Präsidiums der Philipps-Universität, die Sinologie (und Japanologie) in Marburg zu schließen, ist diese Kooperation inzwischen in Gefahr. Angestrebt werden daher Kontakte zu anderen hessischen Schulen, in denen Chinesisch unterrichtet wird, sowie zu regionalen Unternehmen, die sich in China engagieren.

Seit dem WS 2013/14 ist Herr Dr. Wagner für den Chinesischunterricht zuständig. Er hat Herrn Hürter abgelöst, der eine neue Wirkungsstätte an der deutschen Schule in Schanghai gefunden hat.

Herr Hürter schrieb in seinem Beitrag für die Festschrift zum 50 jährigen Jubiläum:

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